Seite zuletzt bearbeitet: 12.11.2016

Biographie

Anton Zapf wurde in Neubau/Bayreuth im Fichtelgebirge geboren. Noch während seiner Ausbildung am Musikgymnasium der Regensburger Domspatzen (Eberhard Kraus Orgel und Kontrapunkt, Georg Ratzinger Chor) begann er auf der Orgel zu konzertieren.

Nach dem Schulmusikexamen studierte er an der Musikhochschule Stuttgart Orgel bei Werner Jacob (1. Preis beim Orgelwettbewerb der Musikhochschule, Uraufführung Hans Werner Henze Toccata senza Fuga 1979) und Dirigieren bei Thomas Ungar; danach Karl Böhm- und Rotary International Stipendium in den USA, Dirigieren u.a. bei James Levine an der Metropolitan Opera.

1983 gab er am Staatstheater Stuttgart sein Operndebüt mit Mozarts Figaro  (Inszenierung Peter Zadek) und blieb dort als Kapellmeister für 7 Jahre. Neben Figaro dirigierte er über viele Jahre Don Giovanni, L' elisir d' amore, Hänsel und Gretel sowie Echnaton von Philip Glass. Im Kammertheater studierte er Neuproduktionen wie Viktor Ullmanns Der Kaiser von Atlantis (DE), Joseph Haydns Die Feuersbrunst, Hubert Stuppners Café Eros (UA) und Aribert Reimanns Gespenstersonate (Regie Peter Palitzsch) ein.

1990 wechselte er als 1. Kapellmeister an das Nationaltheater Mannheim, wo er ein sehr breites Repertoire, zum ersten Mal auch mit Werken von Wagner (Holländer, Lohengrin), Richard Strauss (Josephslegende), Verdi (Macbeth) und des Verismo dirigierte.

Nach dem Gewinn des 2. Preises beim Internationalen Fitelberg Dirigentenwettbewerb in Katowice/Polen 1983 begann auch seine internationale Karriere. Inzwischen hat er über 60 Orchester in 16 Ländern dirigiert, darunter an Opernhäusern wie Hamburg, Dortmund, Paris, Madrid, Helsinki (langjähriger Gastdirigent, v.a. Mozart- und Verdi-Repertoire, Symphoniekonzerte) und Oslo (Die Zauberflöte).  Am Staatstheater Braunschweig hat er nach seinem Mannheimer Engagement sehr erfolgreiche Neuproduktionen von Tannhäuser  (1993) und Der Barbier von Sevilla  (1997) dirigiert.

1999 wurde er 1. Kapellmeister an der Bonner Oper, wo er mit seinen Einstudierungen von Die Entführung aus dem Serail, Petruschka, La Boheme und vor allem des Freischütz große Beachtung auch in der internationalen Presse feiern konnte (s. PRESSE).  In der Avantgarde-Reihe "Bonn Chance" hatte er die musikalische Leitung der Uraufführungsproduktionen von Klaus Langs Königin Ök (2000), Reinhard Febels Besuchszeit  (2001) und Morton Feldmans For Samuel Beckett (2004) in der Bundeskunsthalle.  

Er arbeitete mit herausragenden Solisten wie Karita Mattila, Anja Harteros, Simone Kermes, Samuel Ramey, Tom Krause, Kurt Moll, Bernd Weikl oder dem Pianisten Grigorij Sokolov sowie mit bedeutenden Regisseuren des modernen Musiktheaters wie Peter Zadek, Achim Freyer, Peter Palitzsch oder Andras Fricsay.

Sein Engagement für zeitgenössische Musik dokumentieren zahlreiche Uraufführungen und Aufnahmen u.a. mit den Rundfunkorchestern des DR Berlin, des WDR Köln, mit der musikFabrik NRW, dem Beethovenorchester Bonn und insbesondere dem RSO und Vokalensemble des SWR Stuttgart, auch bei internationalen Festivals wie Attacca  oder Festival Musica Strasbourg.  Hervorzuheben sind dabei große Orchesterwerke etwa von Wolfgang Rihm, Johannes Maria Staud, Sidney Corbett oder Philippe Manoury.   

Mit der Uraufführung seines Ave Maria  für Sopran (Simona Saturová) und großes Orchester 2003 durch die Ostböhmische Philharmonie Königgrätz/CZ, wo er seit 2002 viele Jahre als Gastdirigent auch mit böhmischem Repertoire (Smetana, Dvorak, Mahler) wirkte, begann sein Schaffen als Komponist. Inzwischen wurden seine Werke in Deutschland, Österreich, Slowenien, Finnland, Norwegen, Italien, Schweiz und Tschechien (ur)aufgeführt. Seit 2010 sind sie im C.F. Peters Verlag veröffentlicht.

2008 - 2012 leitete er die Chorgemeinschaft St. Joseph in Tutzing, mit der er neben eigenen Uraufführungen, a cappella Literatur und Orchestermessen vor allem das oratorische Repertoire pflegte, u.a. Bach Magnificat,  Mendelssohn Elias,  Händel Messias (Ensemble trasparente auf historischen Instrumenten).

2009 spielte er die Uraufführung seiner Passacaglia für Orgel im Münchner Mariendom, Sendung 2012 BR Klassik.

Einige Jahre engagierte er sich für den Nachwuchs als musikalischer Leiter des Lyrischen Opernensembles  mit Neuproduktionen der Fledermaus (2009), La Traviata (2011) und Entführung (2012).  

2012 hatte er auch sein erfolgreiches Debut an der North West Opera in Irland mit einer Neuproduktion der Fledermaus. Seitdem ist er dort ständiger Gastdirigent (2013 Die lustige Witwe, 2015 Hänsel und Gretel).

Die Uraufführung seines Auftragswerks  Da pacem Domine  für Chor und Orchester dirigierte er ebenfalls 2012 mit der Regensburger Kantorei und dem Satori Ensemble (Mitglieder des Bayerischen Staatsorchesters München). 

Anton Zapf tritt regelmäßig auch als Organist, Pianist und Kammermusiker auf. 2013 spielte er innerhalb eines marianischen Liederabends mit Lucie Silkenova vom Nationaltheater Prag die Uraufführung seines Klavierstücks Scintille nell' aria  im Europäischen Kulturzentrum Plötz/Halle. 

Dort spielte er im Sommer 2015 auch die Uraufführung seiner Episode für Violine und Klavier  mit der Prager Geigerin Markéta Janousková. 

Anton Zapf ist auch ein leidenschaftlicher Pädagoge. Seit 2012 ist er Dozent für Orchesterleitung an der Musikhochschule München, 2013 übernahm er die Leitung des B-Orchesters (Schulmusik).

2013 dirigierte er sein Let's jump and fly für Soli, Chor und Orchester bei den Faschingskonzerten mit Studenten der Musikhochschule München, das auch auf BR Klassik gesendet wurde. Dieses Werk wurde kurz danach auch bei einem "Mitsingkonzert" der Regensburger Domspatzen  mit großem Publikumserfolg unter der Leitung von Domkapellmeister Roland Büchner aufgeführt, diesmal spielte der Komponist den anspruchsvollen Klaviersolopart. 

2014 dirigierte er an der Musikhochschule München mit Studierenden eine Orgelmatinee mit 6 Konzerten für Orgel und Orchester von Bach, Händel, Rheinberger, Krenek, Piston und Genzmer. Er sprang auch kurzfristig für das Dirigat der Uraufführung Epitaph von Maria Bosareva mit dem Barockorchester der Musikhochschule ein.

Ende Mai 2014 dirigierte er die "umjubelte" (dpa) Uraufführung der Oper This New Ocean  von Nélida Béjar im Cuvilliés-Theater München. Im Juli desselben Jahres debütierte er bei einem Gastspiel mit drei Vorstellungen dieser Produktion im Soweto Theatre in Südafrika sehr erfolgreich beim Philharmonic Orchestra Johannesburg/SA. 

2015 debütierte Anton Zapf bei den Karlsbader Symphonikern in einem Abonnementkonzert, neben Werken von Mozart und Dvorak auch mit seiner eigenen hommage an den großen böhmischen Komponisten, den symphonischen Fragmenten In memoriam Antonin op. 4.

Ende 2015 sprang er wieder einmal kurzfristig für zwei Konzerte mit dem Polizeiorchester Bayern ein, mit dem er seit 2012 regelmäßig konzertiert, zuletzt im Juli 2016 mit einem Promenadenkonzert im innenhof der Kaiserburg in Innsbruck. Hier dirigierte er Werke von Wagner, Bernstein, R. Strauß, Bruckner und Mahler (Rückertlieder).

2015/16 ist er auch zu verschiedenen Aufenthalten als composer in residence  im Kloster Einsiedeln/CH mit einem Kompositionsauftrag für ein Werk für 2 Orgeln (UA Sommer 2017).

Ende Mai 2016 dirigierte er die Uraufführung des Klavierkonzerts Fear von Elena Tarabanova mit Studenten der Musikhochschule München.

Im November 2016 hatte er wieder die musikalische Leitung an der North West Opera Irland mit einer Neuproduktion der Fledermaus.

Seit September 2016 hat er die Domkapellmeisterstelle an der Liebfrauenkirche in München (ks. für ein Jahr) übernommen.

Seit seiner Jugend ist Anton Zapf als Sportler aktiv. 2007, 2012, 2014 und 2016 (Sommer) wurde er Weltmeister der Masters im Skisprung. Seit 2015 spielt er in der Ehrenliga beim FC Bayern München Fußball.